Montageanleitung für Fenster und Türen

Relevanz einer fachgerechten Montage bei Bauelementen

Bei der Montage von Fenstern und Türen ist für eine optimale Wärmedämmung und eine hohe Lebensdauer neben der Qualität des Elementes die Ausführung der Montage entscheidend. Nicht selten wird der positive Effekt von modernen Bauelementen auf das Raumklima durch eine mangelhafte Montage vermindert. Im schlimmsten Fall entstehen Wärmebrücken oder es kann Feuchtigkeit über die Fuge zwischen Fenster und Fassade eindringen. Das kann über Jahre zu Schäden an der Bausubstanz oder Schimmelbildung führen. Deshalb ist es entscheidend, dass sich Bauherren nicht nur über die Qualität der Bauelemente sondern auch bezüglich einer fachgerechten Montage informieren. Die im Rahmen dieser Anleitung gegebenen Informationen sollen einen Eindruck möglicher Schritte bei der Montage geben. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzen nicht das Fachwissen eines erfahrenen Monteurs. Bei der Montage sind außerdem die aktuellen RAL-Montagerichtlinien sowie die relevante Gesetzgebung beispielsweise durch die Energieeinsparverordnung (EnEV) zu beachten.

Vorbereitung als wichtige Voraussetzung für eine saubere Montage

Eine Vorbereitung der Maueröffnung ist oft, insbesondere nach der Demontage alter Elemente, erforderlich. Die Öffnung muss auf Abweichungen in der Höhe und Breite sowie Unebenheiten kontrolliert werden. Gegebenenfalls ist ein Nachbessern erforderlich. Bei der Montage ist zwischen Fenster und Mauerwerk ein angemessener Spalt einzuplanen. Dieser wird benötigt, um das Element optimal zu positionieren und auszurichten. Näheres zu den benötigten Fugenbreiten finden Sie in unserer Aufmaßanleitung.

Dichtungsebenen bei der FenstermontageFenster Umwelteinflüsse

Auf das montierte Element wirken eine Vielzahl von Umwelteinflüssen. Von außen stellen Regen, Lärm, Licht und Wind sowie die Temperatur- und Luftfeuchtedifferenz zum Innenraum Anforderungen an das Bauelement und an die Beschaffenheit der Fuge. Gleichzeitig hat das Element ein gewisses Eigengewicht, welches an das Gebäude abgeführt werden muss. Es wird deshalb empfohlen, die Fuge mit drei Dichtungsebenen zu versehen.

Äußere Dichtungsebene der Fensterfuge als Schutz vor Schlagregen

Die äußere Ebene der Fuge muss dicht gegen Schlagregen sein. Gleichzeitig sollte eine Diffusion von Luftfeuchte aus dem Mauerwerk und aus dem inneren der Fuge ermöglicht werden. Oft werden hier spezielle Dichtbänder verwendet. Das kontrollierte Abführen von Feuchtigkeit durch die äußere Dichtungsebene ist entscheidend bei der Montage von Fenstern und Türen.

Dämmschicht als mittlere Ebene

Die mittlere Ebene der Fuge dient der Isolierung und dem Wärmeschutz. Damit sich kein Kondenswasser an der Fuge bildet und keine Wärmebrücke entsteht, muss diese eine bessere Wärmeisolierung als der Fensterrahmen aufweisen. Oft kommt hier spezieller PU-Schaum zum Einsatz. Auch die Befestigungsschrauben oder Maueranker befinden sich meist in dieser Ebene.

Innere Dichtungsebene als luftdichter Abschluss

Bei der innersten Ebene der Fuge soll ein diffusionsdichter Abschluss erfolgen. Feuchte wird aus der Fuge in Richtung der äußeren Ebene abgeführt. Der luftdichte Abschluss verhindert außerdem das Entstehen von Zugluft und entspricht den Anforderungen an eine moderne, energiesparende Bauweise. Die warme Raumluft kann nicht in die kälteren Ebenen der Fuge gelangen. So wird Kondenswasserbildung am Taupunkt effektiv verhindert. Oft werden Folien genutzt, die an dem Element und dem Baukörper verklebt werden.

Es gibt unterschiedliche Produkte, die zum Aufbau der drei Dichtungsebenen genutzt werden können. Wichtig ist auf eine Zertifizierung nach RAL zu achten. Viele Anbieter haben aufeinander abgestimmte Systeme, die Produkte für jede Fugenebene enthalten. Hochwertige 3-D Dichtbänder verschiedener Anbieter (Kompriband) decken alle drei Dichtungsebenen in einem Produkt ab. Die Wahl des Dichtsystems sollte auch in Abhängigkeit von der Beschaffenheit des Baukörpers erfolgen.

Einsetzen und Ausrichten des Rahmens

Um das Einsetzen und Ausrichten des Rahmens von Fenstern und Türen zu erleichtern, sollten Flügel und Verglasungen nach Möglichkeit vorab entfernt werden. Um einen Flügel zu entfernen, müssen die Kunststoffabdeckungen von den Scharnieren entfernt werden. Am oberen Scharnier ist ein Stift eingesteckt, der mit Hilfe eines Schraubenziehers herausgedrückt werden kann. Der Flügel kann dann im geöffneten Zustand aus dem unteren Scharnier nach oben heraus gehoben werden. Verdeckt liegende Fensterbeschläge und Türbänder sind entsprechend der Anleitung des Herstellers zu lösen. Bei Festverglasungen sollte die Verglasung vor der Montage entfernt werden. Hierfür ist vorsichtig mit Hilfe eines Spachtels die Glasleiste auf der Innenseite des Fensters durch hebeln zwischen Glasleiste und Fensterrahmen zu lösen. Wenn die Glasleiste rundum gelöst ist, kann die Verglasung mit Hilfe eines Saughebers entfernt werden.

Wenn bei der Montage Dichtbänder zum Einsatz kommen, sollten diese vor Einsetzen des Rahmens in die Maueröffnung nach Herstellervorgaben angebracht werden. Je nach Bedarf kann das Fensterbankanschlussprofil an der Unterseite des Fensters entfernt werden. Es dient der einfacheren Montage von Fensterbänken unterhalb des eigentlichen Fensterrahmens und hat standardmäßig eine Höhe von 3 cm.

Das Element kann beim Einsetzen mit Keilen fixiert und mit Hilfe einer Wasserwage ausgerichtet werden. Für einen optimalen Lastabtrag werden spezielle Unterlegklötze unter dem Element in der benötigten Stärke eingesetzt. Diese werden auch seitlich eingesetzt, um ein Kippen des Elements zu verhindern. Im folgenden ist eine mögliche Anordnung von Klötzen bei der Montage dargestellt. Distanzklötze dienen als Hilfe beim Ausrichten des Elements und werden nach der Montage des Rahmens entfernt. Stützklötze dienen dem Lastabtrag und dürfen nach der Montage nicht entfernt werden.

Klötze bei der Montage von Fenstern und Türen

Bei begehbaren Schwellen sollten diese gegebenenfalls mit einem aushärtenden Material oder einer größeren Menge an Klötzen unterfüttert werden. Anschließend wird das Element mit Hilfe von geeigneten Montageankern oder Dübelschrauben am Baukörper sicher befestigt. Die Ausrichtung sollte nach Setzen jeder einzelnen Schraube nachkontrolliert werden. An den Ecken sollte eine Befestigung in einem Abstand von 15 bis 20 cm zur Ecke erfolgen. Zwischen den Befestigungspunkten an den Ecken sollten weitere Befestigungen mit einem Abstand von 50 bis 70 cm gesetzt werden. Dies entspricht einer Befestigung, wie in den folgenden Skizzen dargestellt.

 

Fenster mechanische Befestigung bei der Montage

Mögliche Befestigungspunke bei der Fenstermontage

Abdichtung des eingesetzten Rahmens

Anschließend werden Dichtmaterialien und Dämmstoffe entsprechend dem Drei-Ebenen-Aufbau, den RAL-Montagerichtlinien und den Verarbeitungshinweisen des jeweiligen Herstellers angebracht. Die sorgfältige Verarbeitung der Dichtmaterialien ist entscheidend für die Haltbarkeit und die Funktion der Fuge. Auf diesen Schritt sollte deshalb besonders geachtet werden. Oft ist es für den Laien im Nachhinein schwer, entstandene Mängel rechtzeitig zu erkennen. Da die Fuge oft durch Leisten verdeckt oder verputzt wird, ist der genaue Aufbau später von außen kaum nachvollziehbar. Erst wenn Folgeschäden wie Schimmelbildung auftreten, werden die Mängel an der Fuge bemerkt. Um dies zu verhindern sollten Sie sich stets über die Qualifikation Ihres Fenstermonteurs im Vorfeld informieren und sich die durchzuführenden Arbeiten im Detail erklären lassen.

Einsetzen des Flügels

Wenn der Rahmen perfekt sitzt und die Fuge abgedichtet ist, kann der Flügel oder die Verglasung wieder eingesetzt werden. Der Flügel wird bei Flügelfenstern erst in das untere Scharnier gesteckt. Anschließend wird oben der Sicherungsstift eingesetzt und die Abdeckkappen werden angebracht. Sollte der Flügel nicht sauber schließen, muss dieser nach den Angaben des Beschlagherstellers nachgestellt werden. Bei einer Festverglasung wird das Glas wieder eingesetzt und mit Fensterklötzen sicher fixiert. Dann werden die Glasleisten locker eingesteckt und durch leichtes Schlagen von oben mit einem Gummihammer fixiert.

Montage der Fensterbank

Im Anschluss können die Fensterbänke montiert werden. Dabei ist es wichtig, die Abdichtungen am Fenster nicht zu beschädigen. Insbesondere bei Außenfensterbänken sollte darauf geachtet werden, dass diese dicht am Baukörper anliegen und zu allen Seiten abgedichtet sind. Dies lässt sich gut mit vorgefertigten Fensterbankabschlüssen realisieren. Unterhalb des Fensters ist die Fensterbank am Fensterbankanschlussprofil zu montieren. Sie kann beispielsweise mit Schrauben und einer Gummidichtung befestigt und abgedichtet werden. Wenn die Fensterbank nicht auf dem Mauerwerk aufliegt, beispielsweise in einem Wärmedämmverbundsystem, sollten Fensterbankhalter zur Stabilisierung von unten montiert werden. Die Verwendung von Antidröhnstreifen an der Unterseite der Fensterbank kann sinnvoll sein, um Geräusche durch Regen zu reduzieren.

Demontage von Fenstern und Türen

Bei einem Altbau müssen vor der Montage neuer Fenster die alten Elemente fachgerecht demontiert und entsorgt werden. Zur Demontage wird im ersten Schritt der Flügel aus dem Rahmen entfernt. Alle Halterungen und Scharniere sind zu lösen. Viele alte Fenster haben Flügel, die durch Anheben einfach ausgehängt werden können. Anschließend sind alle Schrauben, die den Fensterrahmen mit dem Mauerwerk verbinden, zu lösen. Nun kann mit einer Säge der Rahmen in Abschnitte zerteilt werden. Diese lassen sich dann mit Hilfe von einem Brecheisen oder ähnlichem Werkzeug einfacher entfernen. Dabei sollte vorsichtig vorgegangen werden, um das Mauerwerk nicht zu beschädigen. Professionelle Monteure verwenden sogenannte Fensterfräsen, um die Fuge zwischen Fenster und Mauerwerk aufzutrennen und den Rahmen so noch schonender entfernen zu können. Abschließend wird die Maueröffnung von Staub befreit und für die Montage des neuen Elements vorbereitet.

Fazit

Bei fachgerechter Montage haben Fenster und Türen eine maximale Lebensdauer und helfen Heizkosten einzusparen. Es ist in jedem Fall sinnvoll sich vor dem Einbau über objektspezifische Anforderungen und entsprechende Montagelösungen zu informieren. Die hier gegebenen Hinweise stellen nur eine grobe Orientierung bezüglich einiger Punkte dar, die bei der Montage beachtet werden sollten. Drutex stellt eine kostenlose Montage- und Abnahmeanleitung zur Verfügung, die Sie auch unter Downloads auf dieser Seite oder hier herunterladen können.

Wir empfehlen außerdem die Lektüre des Buches „Leitfaden zur Montage, Auszug für Monteure“ der RAL-Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren e.V. ISBN: 978-3-00-045381-6 für eine tiefere Auseinandersetzung mit der Thematik.

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